Bei der Wahl der Dachdämmung bekommt man meist drei verschiedene Empfehlungen. Ein Handwerker schwört auf Zellulose, der zweite auf Glaswolle und der dritte behauptet, nur ein möglichst niedriges Lambda zähle. Die Praxis ist einfacher: Beide Materialien funktionieren ausgezeichnet – aber nicht in jedem Dach, nicht bei jeder Verarbeitungsart und nicht ohne richtig geplanten Aufbau.
Kurze Antwort: Zellulose hat die Nase vorn bei leichten Holzdächern, wenn es um den sommerlichen Komfort und das Ausfüllen verwinkelter Hohlräume geht. Glaswolle gewinnt dort, wo ein nicht brennbares Material der Klasse A1, geringes Gewicht oder der beste Wärmedurchlasswiderstand bei begrenzter Stärke gefragt ist. Über das Ergebnis entscheiden aber öfter die Qualität der Verarbeitung, die Luftdichtheit und die Lösung der Sparren als der Name des Materials. Bei IzolujemeStrechy.sk wählen wir die Dämmung daher nicht nach einer einzigen Tabelle. Zuerst klären wir, ob es ein Flach- oder Steildach ist, Sanierung oder Neubau, offene Fläche oder geschlossener Hohlraum. Erst dann ist ein Vergleich von Zellulose und Glaswolle sinnvoll.
Schnelles Urteil: worauf es in 30 Sekunden ankommt
| Ihre Situation |
Was wir meist empfehlen |
| Ausgebautes Dachgeschoß, leichtes Holzdach, überhitzt im Sommer |
Eingeblasene Zellulose |
| Ungedämmte oberste Geschoßdecke, Sie wollen schnell und günstig die Rechnungen senken |
Zellulose- oder Mineralwolle-Einblasdämmung – Tragfähigkeit der Decke und Budget entscheiden |
| Alte Holzdecke mit begrenzter Tragfähigkeit |
Eingeblasene Glaswolle, sie ist leichter |
| Strenge Anforderungen des Brandschutzkonzepts |
Unkaschierte Glaswolle der Klasse A1 |
| Wenig Platz, jeder Zentimeter muss maximal dämmen |
Hochwertiges Glaswolleprodukt mit niedrigem Lambda |
| Hohles zweischaliges Dach eines Plattenbaus |
Zellulose- oder Mineralwolle-Einblasdämmung nach Prüfung des Hohlraums |
| Kompaktes einschaliges Flachdach |
Keines von beiden – dort gehören feste Dachdämmplatten hin |
| Umweltprofil und Recyclinganteil entscheiden |
Zellulose |
Wenn Sie zuerst den Unterschied zwischen Einblasen und anderen Verarbeitungsarten klären möchten, lesen Sie unsere Erklärung,
warum Einblasdämmung.
Begriffe klären: Glasfaser, Glaswolle und Mineralwolle
Der Ausdruck Glasfaser ist verständlich, in der Baupraxis spricht man aber genauer von Glaswolle als Mineralwolle. Sie wird vor allem aus Glasrohstoffen und Altglas hergestellt, die zu feinen Fasern verarbeitet werden. Am Markt gibt es sie als Rolle, Platte oder als lose Wolle zum maschinellen Einblasen. Glaswolle gehört zur größeren Gruppe der Mineralwolle-Dämmstoffe, ist aber nicht dasselbe wie Steinwolle. Beide sind mineralisch, unterscheiden sich aber im Rohstoff, in der Rohdichte und im Produktangebot für bestimmte Konstruktionen.
Zellulosedämmung wird überwiegend aus recycelten Papierfasern hergestellt. Damit sie die Anforderungen für den Einbau erfüllt, enthält sie Zusätze, die ihr Brandverhalten und ihre biologische Beständigkeit verbessern. Meist wird sie lose auf eine waagrechte Fläche oder unter Druck in einen geschlossenen Hohlraum eingeblasen. Beim Vergleich sollte man deshalb sagen, was genau verglichen wird:
- eingeblasene Zellulose mit eingeblasener Glaswolle,
- eingeblasene Zellulose mit Glaswolle-Rollen,
- oder zwei konkrete Produkte in einem genau festgelegten Dachaufbau.
Ohne diese Unterscheidung kann selbst eine technisch wirkende Tabelle irreführend sein.
Zellulose vs. Glaswolle: der große Vergleich
| Eigenschaft |
Zellulosedämmung |
Glaswolle (Mineralwolle) |
Was das auf der Baustelle bedeutet |
| Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit λD |
bei üblichen Produkten etwa 0,038 bis 0,040 W/(m·K) |
Rollen etwa 0,032 bis 0,040 W/(m·K), Einblasprodukte etwa 0,034 bis 0,045 W/(m·K) je nach Einblasdichte |
Ein niedrigeres Lambda bedeutet höheren Wärmedurchlasswiderstand bei gleicher Stärke. Vergleichen Sie die Werte aus der Leistungserklärung, nicht den Namen des Materials. |
| Sommerlicher Wärmeschutz |
hohe spezifische Wärmekapazität, bei Zellulose üblicherweise um 2.000 J/(kg·K), und meist höhere Dichte |
spezifische Wärmekapazität meist um 800 bis 1.000 J/(kg·K), in der Regel geringere Dichte |
In leichten Holzdächern hat Zellulose beim Bremsen der sommerlichen Überhitzung einen Vorteil. Entscheidend ist aber der gesamte Aufbau. |
| Brandverhalten |
produktabhängig, zertifizierte Zellulose erreicht zum Beispiel die Klasse B-s1,d0 |
unkaschierte Produkte üblicherweise A1, also nicht brennbar |
Glaswolle hat den Materialvorteil. Den Feuerwiderstand des Daches (REI) bestimmt aber der gesamte Aufbau, nicht die Füllung allein. |
| Rohdichte |
je nach Anwendung etwa 28 bis 65 kg/m³ |
Einblasprodukte etwa 20 bis 40 kg/m³, Rollen je nach Produkt |
Glaswolle ist meist leichter. Bei alten Decken prüfen wir immer die zulässige Belastung. |
| Feuchteverhalten |
hygroskopisch, kann kurzzeitig einen Teil der Luftfeuchte aufnehmen und wieder abgeben |
diffusionsoffen, puffert Feuchtigkeit aber nicht auf dieselbe Weise |
Kein Material ersetzt eine richtig geplante Dampfbremse, eine luftdichte Ebene und den Schutz vor Wassereintritt. |
| Ausfüllen verwinkelter Hohlräume |
sehr gut bei fachgerechtem Einblasen |
sehr gut als Einblasvariante, bei Rollen abhängig von Zuschnitt und Verlegung |
Einblasen verringert Ausführungsfugen, Holzsparren und Stahlteile bleiben aber Wärmebrücken. |
| Setzung |
bei losem Einblasen wird mit der deklarierten Setzung gerechnet, im geschlossenen Hohlraum ist sie bei richtiger Dichte vernachlässigbar |
Einblasprodukte geben eine Setzung unter 1 % an, Rollen können bei schlechtem Einbau Fugen bilden |
Wichtiger als Werbeversprechen über null Setzung sind die richtige Dichte und die Kontrolle des Materialverbrauchs. |
| Akustik |
sehr gute Dämpfung dank Faserstruktur und höherer Dichte |
sehr gute schallabsorbierende Eigenschaften |
Die Schalldämmung hängt auch von der Beplankung, ihrem Gewicht, einer elastischen Entkopplung und der Luftdichtheit ab. |
| Anforderungen an die Montage |
in der Regel professionelles maschinelles Einblasen |
Rollen lassen sich von Hand verlegen, die Einblasvariante braucht Maschine und Schulung |
Scheinbar günstigere Eigenleistung verliert ihren Vorteil bei Fugen, gestauchtem Material oder ungelösten Details. |
| Umweltprofil |
hoher Anteil an Recyclingpapier, in der Regel niedrige graue Energie |
enthält Altglas, die Herstellung ist energieintensiver |
Ein fairer Vergleich erfolgt nach den EPD der konkreten Produkte bei gleichem Wärmedurchlasswiderstand und gleicher Lebensdauer. |
| Preis |
abhängig von Dichte, Stärke, Fläche und Zugang zur Baustelle |
Rollen haben meist einen niedrigeren Einkaufspreis, die Einblasvariante schließt die Verarbeitungstechnik ein |
Vergleichen Sie den Preis der fertigen, funktionierenden Schicht bei gleichem R- oder U-Wert, nicht den Preis pro Paket oder Kubikmeter. |
Die Werte in der Tabelle sind typische Bereiche, keine allgemeingültigen Parameter aller Produkte. Bei der Ausführung richten wir uns nach der Leistungserklärung, dem technischen Datenblatt und den Verarbeitungsrichtlinien des jeweiligen Materials.
1. Wärmeschutz im Winter: Der Name des Materials entscheidet nicht allein
Grundwert ist der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit λD. Je niedriger die Zahl, desto größer der Wärmedurchlasswiderstand einer bestimmten Dämmstärke. Der Wärmedurchlasswiderstand der Schicht allein berechnet sich vereinfacht als
R = d / λ, wobei d die Stärke in Metern und λ die Wärmeleitfähigkeit in W/(m·K) ist. Ein Beispiel bei 300 mm Dämmung:
- Zellulose mit λD 0,038 W/(m·K) ergibt einen Wärmedurchlasswiderstand der Schicht von etwa R = 7,9 m²K/W,
- Glaswolle mit λD 0,035 W/(m·K) ergibt etwa R = 8,6 m²K/W,
- eingeblasene Mineralwolle mit geringerer Dichte und λ 0,044 W/(m·K) ergibt etwa R = 6,8 m²K/W.
Die dritte Zeile ist der Grund, warum wir bei eingeblasener Mineralwolle immer nach der Einblasdichte fragen. Dasselbe Produkt kann lose aufgeblasen ein deutlich schlechteres Lambda haben als verdichtet im Hohlraum – die Hersteller geben das in ihren Datenblättern an. Keine dieser Zahlen ist aber schon der U-Wert des Daches. In die Berechnung der gesamten Konstruktion fließen Sparren, Lattung, Befestigungsmittel, übrige Schichten und Randbedingungen ein. Liegt die Dämmung nur zwischen den Sparren, leitet das Holz die Wärme besser als der Dämmstoff – deshalb wird beim Steildach oft eine zusätzliche durchgehende Schicht unter oder über den Sparren geplant. In der Praxis funktioniert so eine durchgehende Schicht mit etwas höherem Lambda oft besser als ein auf dem Papier leistungsstärkeres Material, das mit Fugen verlegt ist. Genau hier hat die maschinell verarbeitete
Einblasdämmung einen großen praktischen Vorteil, weil sie Leitungen, Binder und unregelmäßige Details umschließt.
Was die Normen verlangen
Die Richtwerte in der folgenden Tabelle stammen aus der slowakischen Norm STN 73 0540-2. In Österreich gelten die Anforderungen der OIB-Richtlinie 6; für Dächer und oberste Geschoßdecken liegt der maximale U-Wert dort bei 0,20 W/(m²K), für Förderungen und Niedrigstenergiehäuser werden deutlich bessere Werte angestrebt. Zur Orientierung die Werte des Wärmedurchlasswiderstands für Dächer:
| Konstruktion |
Mindest-R |
Normwert R |
Empfohlenes R |
Empfohlenes Ziel-R ab 1. 1. 2021 |
| Flachdach und Steildach mit Neigung bis 45° |
3,2 m²K/W |
4,9 m²K/W |
6,5 m²K/W |
9,9 m²K/W |
| Steildach mit Neigung über 45° |
2,0 m²K/W |
3,0 m²K/W |
4,4 m²K/W |
6,5 m²K/W |
Umgerechnet auf den Wärmedurchgangskoeffizienten bedeutet das bei einem üblichen Flachdach oder flach geneigten Steildach einen Normwert um U = 0,20 W/(m²·K), empfohlen etwa 0,15 und als Ziel etwa 0,10 W/(m²·K). Für die Planung eines Daches reicht es daher nicht zu sagen, es kommen 30 Zentimeter hinein. Planer oder Techniker legen den nötigen U-Wert des gesamten Aufbaus nach Dachart, Neigung, energetischem Standard des Gebäudes und den Anschlussdetails fest. Bei einem hochwertigen Neubau zielen wir heute meist auf das empfohlene Zielniveau, dem bei einem Lambda um 0,038 eine Dämmschicht von etwa 380 bis 400 mm in einem Aufbau mit unterbrochenen Wärmebrücken entspricht.
2. Sommerliche Überhitzung: Hier hat Zellulose oft die Nase vorn
Ein Dachgeschoß muss nicht nur mit Frost fertig werden. Eine dunkle Eindeckung erwärmt sich an einem heißen Tag auf 60 bis 80 °C, und ein leichtes Dach gibt die Wärme nach innen ab. Für den Sommerkomfort achten wir daher neben dem Lambda vor allem auf Rohdichte, spezifische Wärmekapazität und die resultierende flächenbezogene Wärmekapazität der Schicht. Zellulose hat bei konkreten Produkten eine spezifische Wärmekapazität um 2.000 J/(kg·K), bei Glaswolle rechnet man in der Regel mit etwa 800 bis 1.000 J/(kg·K). Zellulose wird zudem meist mit höherer Dichte eingebracht. In einem leichten Dach kann sie daher mehr Wärme aufnehmen und ihren Weg nach innen spürbar verlangsamen. Fachlich spricht man von der Phasenverschiebung; praktisch heißt das: Die heißeste Welle vom Nachmittagsdach erreicht das Schlafzimmer erst spät in der Nacht, wenn Sie schon lüften können. Das heißt nicht, dass es unter Glaswolle im Sommer heiß sein muss. Das Ergebnis beeinflussen auch:
- Farbe und Art der Dacheindeckung,
- die Hinterlüftung unter der Eindeckung,
- die gesamte Dämmstärke,
- die Luftdichtheit der Konstruktion,
- das Gewicht der inneren Beplankung,
- Größe, Ausrichtung und vor allem außenliegende Beschattung der Dachfenster,
- Nachtlüftung und innere Wärmegewinne.
Hat der Sommerkomfort in einem leichten Holzdach Vorrang, ist Zellulose ein sehr starker Kandidat. Bleiben die Dachfenster aber ohne außenliegenden Sonnenschutz oder ist das Dachgeschoß undicht, löst ein anderer Dämmstoff allein das Problem nicht.
3. Brand: A1 ist nicht dasselbe wie der Feuerwiderstand des ganzen Daches
Beim Brandschutz werden oft zwei verschiedene Begriffe vermischt:
- das Brandverhalten des Materials beschreibt, wie ein Produkt zur Entstehung und Ausbreitung eines Brandes beiträgt,
- der Feuerwiderstand der Konstruktion, ausgedrückt etwa durch die Klassifizierung REI und die Zeit in Minuten, bewertet den gesamten Decken- oder Dachaufbau.
Unkaschierte Glaswolle erreicht üblicherweise die Brandverhaltensklasse A1, ist also nicht brennbar. Das ist ihr klarer Materialvorteil. Zellulose ist ein organisches Material, zertifizierte Produkte enthalten aber Brandschutzzusätze, meist auf Basis von Borsalzen. Ein bestimmtes Zellulosesystem kann so zum Beispiel die Klasse B-s1,d0 erreichen. Klasse B ist nicht A1, und beides darf werblich nicht verwechselt werden. Ebenso falsch wäre es zu behaupten, Zellulose sei deshalb automatisch gefährlich. In einem geschlossenen, geprüften Aufbau erfüllt sie den geforderten Feuerwiderstand problemlos. Bei Einfamilienhaus, Holzbau, Wohnhausanlage oder Gebäuden mit erhöhten Brandschutzanforderungen beurteilen wir das ganze System: Tragwerk, Beplankung, Fugen, Durchdringungen, Hohlräume und Dämmstoff. Die Wahl richtet sich nach dem Brandschutzkonzept, nicht nach einem Symbol im Prospekt. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Abständen zum Rauchfang und zu Einbauleuchten in der abgehängten Decke. Das ist ein Detail, das wir beim Einblasen auf jeder Baustelle lösen, denn loses Material gelangt überall hin, wo es die Konstruktion zulässt.
4. Feuchtigkeit: Zellulose kann sie puffern, ein undichtes Dach rettet sie aber nicht
Zellulose ist hygroskopisch. Sie kann einen Teil der Luftfeuchte in ihre Fasern aufnehmen und bei günstigen Bedingungen wieder abgeben. Diese Fähigkeit hilft, kurzfristige Feuchtespitzen in einem richtig geplanten diffusionsoffenen Aufbau auszugleichen. Ihr Diffusionswiderstand ist gering, die Zahl μ liegt etwa bei 1 bis 3, sodass sie die Konstruktion nicht am Austrocknen hindert. Glaswolle ist noch diffusionsoffener, μ liegt nahe bei 1, sie puffert Feuchtigkeit aber nicht auf dieselbe Weise. Für beide Materialien gilt dasselbe:
- die Dämmung darf keinem eindringenden Wasser ausgesetzt sein,
- innenseitig muss eine luftdichte und dampfbremsende Schicht gelöst sein,
- außenseitig muss ein funktionierendes Unterdach oder eine Hauptabdichtung vorhanden sein,
- der Aufbau muss ein sicheres Austrocknen in die geplante Richtung ermöglichen,
- vor der Dämmung eines alten Daches muss die Ursache vorhandener Feuchtigkeit beseitigt werden.
Eine Dampfbremse ist nicht nur eine über den Raum gespannte Folie. Kritisch sind die Anschlüsse an Mauerwerk, Rauchfang, Kabel, Rohre, Dachfenster und alle Klammern oder Durchdringungen. Warme, feuchte Luft gelangt durch eine Undichtheit per Strömung um ein Vielfaches schneller in die Konstruktion als durch langsame Diffusion durch eine intakte Schicht. Eine einzige nicht abgeklebte Fuge um eine Elektrodose kann in einer Saison mehr Wasser in die Konstruktion bringen als die gesamte Fläche der Dampfbremse durch Diffusion. Deshalb raten wir davon ab, sich danach zu richten, ob ein Material angeblich atmet. Eine fachgerechte Planung arbeitet mit dem Diffusionswiderstand der einzelnen Schichten, der Luftdichtheit und der ganzjährigen Feuchtebilanz.
5. Setzung und Fugen: Problem des Materials oder der Ausführung?
Jede Schüttdämmung hat eine vorgeschriebene Dichte und Verarbeitungsrichtlinie. Beim losen Einblasen auf die oberste Geschoßdecke wird die deklarierte Setzung berücksichtigt und eine größere Anfangsstärke aufgebracht. Bei Zellulose rechnet man mit etwa 15 Prozent – sollen nach der Setzung 300 mm bleiben, werden rund 345 mm eingeblasen. In einen geschlossenen Steildachhohlraum wird das Material mit der vom Hersteller vorgegebenen Dichte eingeblasen, sodass es stabil bleibt und sich gar nicht setzt. Bei Zellulose wie bei eingeblasener Glaswolle sollte der ausführende Betrieb vor allem kontrollieren:
- Nettofläche und Volumen des Hohlraums,
- die erreichte Stärke,
- die vorgeschriebene Rohdichte bzw. flächenbezogene Masse,
- die Anzahl der verbrauchten Säcke,
- die Gleichmäßigkeit der Schicht,
- das Verschließen der Einblasöffnungen und die Wiederherstellung der Luftdichtheit.
Gerade die Anzahl der verbrauchten Säcke ist die einfachste Kontrolle für den Bauherrn. Steht im Datenblatt, dass für 100 m² in 300 mm Stärke eine bestimmte Anzahl Säcke nötig ist, und bleibt die Hälfte auf der Baustelle übrig, wurde die Dämmung lockerer eingeblasen als vorgesehen. Fotografieren Sie daher immer die leeren Säcke oder verlangen Sie eine Fotodokumentation. Bei Glaswolle-Rollen gibt es ein anderes Risiko: Das Material darf nicht gewaltsam in einen kleineren Hohlraum gepresst werden, und die einzelnen Bahnen müssen dicht an der Konstruktion und aneinander anliegen. Schmale Fugen um Sparren, Binder und Leitungen können das Ergebnis verschlechtern, auch wenn hochwertige Wolle mit sehr gutem Lambda gekauft wurde. Einblasdämmung verringert also Ausführungsfugen, beseitigt aber nicht alle Wärmebrücken. Sparren, Stahlteile, Kränze und Anschlüsse müssen bei der Planung des gesamten Aufbaus gelöst werden.
6. Akustik: Beide Materialien helfen, die Füllung allein reicht aber nicht
Zellulose und Glaswolle haben eine faserige, poröse Struktur und absorbieren Schallenergie im Hohlraum. Zellulose kann dank höherer Rohdichte in manchen leichten Aufbauten Vorteile bringen, vor allem gegen Regenlärm auf Blechdächern. Bei Glaswolle gibt es wiederum Produkte mit deklariertem Strömungswiderstand und sehr guten schallabsorbierenden Eigenschaften. Die Schalldämmung eines Daches lässt sich aber nicht nur in Kilogramm Dämmstoff ausdrücken. Wichtig ist:
- wie schwer und wie mehrlagig die innere Beplankung ist,
- ob die Schichten elastisch entkoppelt sind,
- ob über die Konstruktion keine Flankenwege entstehen,
- wie Durchdringungen abgedichtet sind,
- welchen Lärm Sie eigentlich lösen wollen – Regen, Verkehr, Flugzeuge oder Schall zwischen Räumen.
Ist die Akustik wichtig, vergleichen Sie geprüfte Aufbauten, nicht allgemeine Versprechen über hervorragende Schalldämmung.
7. Gesundheit, Staub, Schimmel und Nagetiere
Zertifizierte Bauprodukte sind bei bestimmungsgemäßer Verwendung für den Einbau in Gebäude geeignet. Während der Verarbeitung erzeugen aber sowohl Zellulose als auch Glaswolle Staub und feine Partikel. Eine professionelle Montage umfasst daher Arbeitskleidung, Augen- und Atemschutz und die Abtrennung des Arbeitsbereichs vom bewohnten Teil des Hauses. Beim Einblasen in bewohnten Häusern kleben wir Türen mit Folie ab und saugen nach Abschluss alles ab. Nach Fertigstellung soll die Dämmung in einem funktionierenden Aufbau eingeschlossen sein. Über die Innenraumluftqualität entscheiden dann auch Folien, Dichtmassen, Platten, Anstriche, Lüftung und Luftdichtheit. Ebenso vorsichtig sollte man über Schimmel und Schädlinge sprechen:
- ein trockener, richtig eingebauter Dämmstoff bietet keine geeigneten Bedingungen für Schimmel,
- dauerhaft eindringendes Wasser oder Kondensat schädigt jeden Dachaufbau,
- Glaswolle ist kein Futter für Nagetiere, kann ihnen aber als Nistplatz dienen,
- Zelluloseprodukte enthalten Zusätze zur Verbesserung der biologischen Beständigkeit, auch diese ersetzen aber nicht das Verschließen von Zugangsöffnungen.
Eine gute Dämmung beginnt nicht mit Chemie gegen Schädlinge, sondern mit einer geschlossenen Konstruktion ohne Undichtheiten. Haben Sie Marder oder Mäuse im Dach, lösen wir das, bevor wir irgendetwas einblasen.
8. Ökologischer Vergleich: Zellulose ist stark, prüfen wir aber die EPD
Zellulose nutzt einen hohen Anteil an Recyclingpapier, und ihre Herstellung ist in der Regel weniger energieintensiv. Deshalb hat sie oft eine günstige Umweltbilanz. Glaswolle wird aus Glas- und Mineralrohstoffen hergestellt, moderne Produkte enthalten auch einen hohen Altglasanteil. Ist die Umweltwirkung Teil der Aufgabenstellung, vergleichen wir Umweltproduktdeklarationen (EPD), nicht die Farbe der Verpackung oder das Wort öko auf dem Prospekt. Wichtig ist, die gleiche funktionale Einheit zu vergleichen:
- gleicher Wärmedurchlasswiderstand,
- gleiche Lebensdauer,
- Materialmenge pro m²,
- Transport zur Baustelle,
- Verschnitt und Abfall,
- Rückbau- oder Weiterverwendungsmöglichkeiten.
Bei komplizierten Dächern hat das Einblasen auch einen praktischen ökologischen Vorteil: minimalen Verschnitt. Das gilt für Zellulose wie für eingeblasene Mineralwolle.
Zellulose oder Glaswolle je nach Dachart
Steildach und ausgebautes Dachgeschoß
Beim Steildach sind beide Lösungen möglich. Zellulose und eingeblasene Glaswolle werden in vorbereitete geschlossene Hohlräume zwischen und unter den Sparren eingeblasen. Glaswolle-Rollen werden von Hand in einer oder mehreren Lagen verlegt. Zellulose hat einen interessanten Vorteil bei verwinkelten Dachstühlen, Gauben und vielen Leitungen. In einem leichten, ausgebauten Dachgeschoß hilft auch die höhere Wärmespeicherung. Glaswolle ist meist vorteilhafter bei strengen Anforderungen an das Brandverhalten oder wo geringeres Gewicht und ein leistungsstarkes Produkt mit niedrigem Lambda gefragt sind. In beiden Fällen kontrollieren wir:
- den Zustand des Dachstuhls und des Unterdachs,
- eine ausreichende Hohlraumhöhe,
- die Unterbrechung der Wärmebrücken der Sparren,
- die luftdichte Ebene auf der Innenseite,
- die Hinterlüftung unter der Eindeckung laut Planung,
- sichere Abstände zum Rauchfang und zu anderen heißen Bauteilen.
Mehr zum praktischen Einsatz dieser Technologie finden Sie im Artikel über
Einblasdämmung im Dachgeschoß.
Unbeheizter Dachboden
Die oberste Geschoßdecke ist die günstigste und schnellste Möglichkeit, in einem älteren Haus die Rechnungen zu senken. Die Dämmung wird lose auf die Decke geblasen – ohne Stemmarbeiten, ohne Gerüst und meist an einem Arbeitstag. Nutzen Sie den Dachboden als Lager, lösen wir einen begehbaren Steg oder eine Unterkonstruktion mit Platten über der Dämmung, damit das Material nicht gestaucht wird. Hier hat Glaswolle den Vorteil des geringeren Gewichts, was man bei einer alten Tramdecke schätzt. Zellulose umschließt dagegen Trame, Unterzüge und den Rauchfang besser. Entscheidend ist die Tragfähigkeit der Decke, die wir bei der Besichtigung prüfen.
Flachdach
Ein Flachdach soll in Wirklichkeit nicht völlig eben sein. Es braucht Gefälle, damit das Wasser zu den Abläufen oder Rinnen fließt. Bei der Wahl der Dämmung muss man zwei unterschiedliche Fälle unterscheiden.
Zweischaliges Dach mit Hohlraum. Ist der Hohlraum technisch geeignet, kann er unter bestimmten Bedingungen mit Zellulose oder Mineralwolle ausgeblasen werden. Vor der Ausführung prüfen wir Höhe und Gliederung des Hohlraums, den Zustand der bestehenden Dämmung, Feuchtigkeit, Lüftung, Tragfähigkeit der unteren Schale und den Zustand der Abdichtung. Ein typisches Beispiel sind
hohle Dächer von Plattenbauten.
Einschaliges Kompaktdach. Die Dämmung ist Teil eines belasteten Aufbaus unter der Abdichtungsfolie oder den Bitumenbahnen. Hier können weder weiche Rollen noch lose eingeblasenes Material verwendet werden. Nötig sind Systemprodukte mit vorgeschriebener Druckfestigkeit, Widerstand gegen Punktlasten, Stabilität und Verträglichkeit mit Befestigung und Abdichtung. Je nach Planung sind das zum Beispiel Dach-Mineralwolle, EPS oder PIR. Deshalb lösen wir bei der
Ausführung von Flachdächern die Wärmedämmung gemeinsam mit Abdichtung, Gefälle, Abläufen, Attika und Durchdringungen. Bei einem Kompaktdach ist auch ein eigener Vergleich hilfreich:
Styropor und PIR-Platten auf dem Flachdach.
Neubau
Beim Neubau haben Sie den größten Vorteil, weil das Dach schon vor dem Schließen der Konstruktion auf das gewählte Material vorbereitet werden kann. Man kann die nötige Stärke, eine durchgehende Schicht über die Sparren, eine Installationsebene für die Elektrik und einen hochwertigen Anschluss der luftdichten Ebene planen. Für Einblasdämmung müssen Hohlräume vorbereitet werden, die den Einblasdruck aushalten und eine gleichmäßige Füllung ermöglichen. Bei Glaswolle-Rollen muss die Lattung an Breite und Elastizität des konkreten Produkts angepasst werden. In beiden Fällen lohnt es sich, Durchdringungen schon vor der Folienmontage zu lösen, damit Elektriker oder Lüftungsbauer sie später nicht unnötig verletzen. Der Neubau ist auch der richtige Zeitpunkt, den sommerlichen Wärmeschutz zu berechnen, nicht nur den winterlichen U-Wert. Das gilt besonders bei Holzhäusern, Binderdächern und ausgebauten Dachgeschoßen mit großen Dachfenstern.
Wie viel Dämmung Sie wirklich brauchen
Eine Pauschalantwort von 30 oder 40 Zentimetern ist keine fachgerechte Planung. Die nötige Stärke hängt ab von:
- dem deklarierten Lambda des konkreten Produkts,
- dem Anteil der Sparren und weiterer Wärmebrücken,
- Neigung und Art des Daches,
- den übrigen Schichten der Konstruktion,
- dem geforderten U-Wert,
- dem energetischen Standard des Gebäudes,
- Platzgrenzen an Attika, Sparren und Details,
- den Anforderungen an den Sommerkomfort.
Als Orientierung: Für ein sehr gutes Niveau (U um 0,10 W/(m²K)) bei einem Material mit Lambda um 0,038 W/(m·K) spricht man von etwa 380 bis 400 mm in einem Aufbau mit unterbrochenen Wärmebrücken. Mit 300 mm erreichen Sie etwa U = 0,13–0,15, mit 200 mm nur etwa U = 0,20. Bei einer Sanierung muss man zusätzlich klären, was bereits im Dach liegt. Alte Wolle ist nicht automatisch wirkungslos, kann aber ungleichmäßig verlegt, gestaucht, durchfeuchtet oder verschmutzt sein. Manchmal kann sie bleiben und ergänzt werden, manchmal ist es sicherer, sie zu entfernen. Es entscheidet die Besichtigung und bei Bedarf eine Sondierung.
Preis: wie man zwei Angebote fair vergleicht
Ein Quadratmeterpreis ohne weitere Angaben kann täuschen. Zehn Zentimeter billiges Material kosten natürlich weniger als dreißig Zentimeter einer leistungsstarken Schicht, vergleichbar sind die Lösungen aber nicht. Einen Unterschied macht auch, ob der Preis nur für das Material oder für die komplette Ausführung gilt. Als Richtwert liegt der Preis für Zellulose-Einblasdämmung laut unserer Preisliste bei etwa 45 bis 48 Euro pro Kubikmeter eingebrachtem Material inklusive Arbeit. Beim losen Einblasen auf die oberste Geschoßdecke in 300 mm Stärke entspricht das 13,50 Euro pro Quadratmeter. Bei geschlossenen Steildachhohlräumen ist der Preis höher, weil die Vorbereitung der Öffnungen, eine höhere Materialdichte und ein schwierigerer Zugang hinzukommen. Das sind Richtwerte, die je nach Standort, Auftragsgröße und Zustand der Konstruktion variieren. Verlangen Sie beim Vergleich von Angeboten:
- den genauen Produktnamen und sein deklariertes Lambda,
- die geplante Endstärke und den resultierenden Wärmedurchlasswiderstand,
- die vorgeschriebene Dichte bei Einblasdämmung,
- den voraussichtlichen Materialverbrauch in Kilogramm oder Säcken,
- die Vorbereitung des Untergrunds und das Verschließen der Hohlräume,
- die Lösung von Dampfbremse, Luftdichtheit und Durchdringungen,
- Entfernen oder Belassen der alten Dämmung,
- Transport, Zugang zur Baustelle, Gerüst und Reinigung nach der Arbeit,
- beim Flachdach auch Abdichtung, Gefälle, Abläufe und Spenglerdetails,
- MwSt., Gewährleistung und Umfang der Übergabedokumentation.
Glaswolle-Rollen können auf den ersten Blick günstiger sein, vor allem bei Eigenleistung auf einer einfachen offenen Fläche. Bei einem verwinkelten Dachstuhl entstehen aber Verschnitt und mehr Zeitaufwand für den genauen Einbau. Zellulose und eingeblasene Glaswolle beinhalten Maschine, Transport und fachkundige Bedienung, die Verarbeitung ist aber schnell und fast abfallfrei. Die faire Frage lautet daher nicht, was ein Kubikmeter Dämmung kostet, sondern was eine fertige und kontrollierte Schicht mit gleichem Wärmedurchlasswiderstand und gleichem Leistungsumfang kostet.
Gibt es Förderungen für die Dachdämmung?
Die Dämmung von Dach und oberster Geschoßdecke gehört zu den Maßnahmen der thermischen Sanierung, für die es in Österreich Förderungen von Bund und Ländern geben kann. Bedingungen, Fördersätze und Fristen ändern sich laufend – prüfen Sie sie daher vor Ihrer Entscheidung bei der zuständigen Förderstelle. Wir beraten Sie gern und liefern für Ihren Antrag die technische Beschreibung der geplanten Lösung sowie Nachweise über die eingebauten Materialien.
So läuft die Ausführung bei uns ab
Damit Sie wissen, worauf Sie sich einlassen, hier der übliche Ablauf eines Auftrags:
- Unverbindliche Anfrage. Sie schreiben uns Fläche, Dachart und Ort und schicken ein paar Fotos. Die meisten Fragen können wir schon damit beantworten.
- Besichtigung. Wir sehen uns den Zustand von Dachstuhl, Abdichtung und Decke an, messen die Hohlräume und sondieren bei Bedarf die bestehende Dämmung.
- Planung des Aufbaus und Angebot. Sie bekommen konkretes Material, Stärke, Dichte, den resultierenden Wärmedurchlasswiderstand und einen Preis für die fertige Schicht, nicht für ein Paket Material.
- Ausführung. Das Einblasen der obersten Geschoßdecke eines Einfamilienhauses dauert meist einen Tag, ein verwinkeltes Dachgeschoß mit Vorbereitung der Hohlräume länger. Den Arbeitsbereich trennen wir ab und räumen nach Abschluss auf.
- Übergabe. Wir übergeben eine Fotodokumentation, einen Nachweis über den Materialverbrauch, das technische Datenblatt und die Leistungserklärung des verwendeten Produkts.
Das ist zugleich die Antwort auf die Frage, woran Sie einen guten Betrieb erkennen. Wer Ihnen Einblasdichte und Materialverbrauch nicht nennen will, gibt Ihnen keine Möglichkeit zu prüfen, ob Sie bekommen haben, wofür Sie bezahlt haben.
Wann wir Zellulose und wann Glaswolle empfehlen
Zellulose ziehen wir ernsthaft in Betracht, wenn:
- es um ein leichtes Steildach oder eine Decke geht und der Sommerkomfort wichtig ist,
- der Hohlraum verwinkelt ist und ohne Zuschnitt vieler Teile gefüllt werden soll,
- der Bauherr Wert auf Recyclingmaterial und Umweltwerte legt,
- die Konstruktion für das Einbringen in der vorgeschriebenen Dichte vorbereitet ist,
- Planung und gesamter Aufbau die geforderten Brandschutzkriterien erfüllen.
Eine eigene Vorstellung des Materials finden Sie im Artikel über
Zellulose-Einblasdämmung.
Glaswolle ziehen wir ernsthaft in Betracht, wenn:
- die Brandverhaltensklasse A1 eines konkreten unkaschierten Produkts Vorrang hat,
- eine ältere Decke begrenzt tragfähig ist und geringeres Gewicht ein Vorteil ist,
- ein niedriges Lambda bei wenig Platz gebraucht wird,
- es eine einfache offene Konstruktion ist, in die sich Rollen genau verlegen lassen,
- oder wir die Vorteile des maschinellen Einblasens wollen, die Planung aber einen mineralischen Einblasdämmstoff bevorzugt.
Beide Varianten sind gut, wenn:
- ein geprüftes Produkt mit technischer Dokumentation vorliegt,
- Stärke und Dichte richtig berechnet sind,
- der Betrieb Verbrauch und Kontrolle der Verarbeitung nachweisen kann,
- das Dach trocken und vor Wasser geschützt ist,
- die luftdichte Schicht durchgehend ist,
- das Material in der Konstruktion eingesetzt wird, für die es bestimmt ist.
Ansehen können Sie sich auch unsere
Referenzen von Dämmungen und Dächern, denn das Detail einer fertigen Baustelle sagt oft mehr als ein Katalogwert.
Die häufigsten Fehler bei der Entscheidung
Wahl nur nach dem niedrigsten Lambda
Ein Unterschied von ein paar Tausendstel W/(m·K) wird durch eine einzige Fuge am Sparren, eine undichte Dampfbremse oder eine fehlende durchgehende Schicht über die Tragteile zunichtegemacht.
Vergleich gleicher Stärke ohne resultierendes R und U
Gleiche 300 mm zweier Materialien müssen nicht denselben Wärmedurchlasswiderstand haben. Umgekehrt können zwei Angebote mit unterschiedlicher Stärke zum selben Ergebnis führen.
Dichte bei eingeblasener Mineralwolle ignorieren
Dasselbe Produkt kann lose aufgeblasen ein Lambda von 0,045 und verdichtet von 0,034 W/(m·K) haben. Ohne Angabe der Dichte ist der Wert im Angebot nicht überprüfbar.
Absolute Versprechen über ein Dach ohne Wärmebrücken
Eingeblasenes Material füllt den Raum hervorragend und verringert Fugen. Holzsparren, Stahlanker, Kränze und ungelöste Anschlüsse bleiben aber Wärmebrücken.
Brandverhalten und Feuerwiderstand verwechseln
Die Kennzeichnung A1 auf der Glaswolle-Verpackung heißt nicht, dass das ganze Dach automatisch das geforderte REI erreicht. Ebenso ist brandschutzbehandelte Zellulose kein nicht brennbares Material der Klasse A1.
Dämmung eines feuchten Daches
Neue Dämmung darf weder aktiven Wassereintritt noch Kondensat oder geschädigtes Holz überdecken. Zuerst wird die Ursache diagnostiziert und beseitigt.
Materialwahl ohne Rücksicht auf die Art des Flachdachs
Lose Einblasdämmung im hohlen zweischaligen Dach und eine feste Platte unter der Abdichtung eines Kompaktdachs erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Sie sind nicht austauschbar, nur weil sie ein ähnliches Lambda haben.
Zum Schluss
Müssten wir nur nach Sommerkomfort und Umweltprofil in einem leichten Dach entscheiden, tendieren wir zur Zellulose. Wären Nichtbrennbarkeit, geringes Gewicht oder ein sehr niedriges Lambda eines konkreten Produkts die Hauptanforderung, ist Glaswolle ein starker Kandidat. Auf einer echten Baustelle entscheiden aber mehrere Fragen gleichzeitig. Welche Dachart ist es? Ist der Hohlraum offen oder geschlossen? In welchem Zustand ist die Abdichtung? Wie viel Gewicht trägt die Decke? Wo liegt die luftdichte Ebene? Welchen U-Wert und welche Sommertauglichkeit soll der Aufbau erreichen? Was verlangt das Brandschutzkonzept? Bei IzolujemeStrechy.sk dämmen wir Flach- und Steildächer, bei Sanierungen und Neubauten. Bei Flachdächern verbinden wir die Wärmedämmung mit der Abdichtung und der Lösung der Details, bei Steildächern und Dachgeschoßen wählen wir Material und Verarbeitungsart nach der Konstruktion. Wenn Sie wissen möchten, was auf Ihrem Dach sinnvoll ist,
kontaktieren Sie uns und vereinbaren Sie eine fachkundige Beurteilung. In die Nachricht genügen ungefähre Fläche, Dachart, Ort, Fotos und die Angabe, ob es ein Neubau oder eine Sanierung ist. Wir erstellen eine Lösung, die sich technisch und preislich vergleichen lässt.
Häufig gestellte Fragen
Ist Zellulose oder Glaswolle besser fürs Dach?
Kein Material ist für jedes Dach das beste. Zellulose hat Vorteile beim Sommerkomfort, bei verwinkelten Hohlräumen und beim Umweltprofil. Glaswolle bietet nicht brennbare Produkte der Klasse A1, geringeres Gewicht und bei manchen Produkten ein niedrigeres Lambda. Entscheiden sollte man nach dem gesamten Aufbau und den Anforderungen der konkreten Baustelle.
Ist Zellulosedämmung brennbar?
Zellulose ist ein organisches Material, zertifizierte Produkte sind aber mit Brandschutzzusätzen behandelt und haben eine deklarierte Brandverhaltensklasse, zum Beispiel B-s1,d0. Diese unterscheidet sich von der Klasse A1, die unkaschierte Glaswolle erreicht. Den Feuerwiderstand des Daches bestimmt der geprüfte Aufbau als Ganzes.
Welche Dämmstärke braucht ein Dach?
Die Stärke wird aus dem Lambda des konkreten Produkts, dem Sparrenanteil, den übrigen Schichten und dem geforderten U-Wert berechnet. Bei Neubauten und hochwertigen Sanierungen sind es meist 300 bis 400 mm. Einem U-Wert um 0,10 W/(m²K) entsprechen bei einem Lambda von 0,038 W/(m·K) etwa 380 bis 400 mm.
Setzt sich eingeblasene Zellulose?
Beim losen Einblasen rechnet man mit einer Setzung von etwa 15 Prozent und bringt eine größere Anfangsstärke auf, damit das Ergebnis der Planung entspricht. In geschlossenen Hohlräumen wird Zellulose mit vorgeschriebener Dichte eingeblasen und setzt sich nicht. Probleme entstehen vor allem, wenn Verarbeitungsrichtlinie oder Materialverbrauch nicht eingehalten werden.
Kann man Glaswolle auch einblasen?
Ja. Am Markt gibt es mineralische Einblasdämmstoffe auf Glasbasis für offene waagrechte Flächen und für geschlossene Hohlräume. Nicht jede Rollenware ist aber zum Zerfasern und Einblasen bestimmt – es muss ein Produkt sein, das für die maschinelle Verarbeitung entwickelt wurde.
Was passiert, wenn die Dämmung feucht wird?
Beide Materialien müssen vor eindringendem Wasser und übermäßigem Kondensat geschützt sein. Zellulose kann einen Teil der Luftfeuchte vorübergehend aufnehmen und später abgeben, einen Schaden an der Abdichtung löst sie aber nicht. Dauerhaft nasse Dämmung muss fachkundig beurteilt und die Ursache der Feuchtigkeit beseitigt werden.
Eignet sich Zellulose fürs Flachdach?
Sie eignet sich für manche hohlen bzw. zweischaligen Flachdächer, wenn Planung, Zustand des Hohlraums, Feuchteverhältnisse und Tragfähigkeit es erlauben. Sie ersetzt keine festen Dachdämmplatten in einem kompakten einschaligen Dach unter der Abdichtung.
Welche Dämmung ist günstiger?
Glaswolle-Rollen haben meist einen niedrigeren Einkaufspreis, den Gesamtpreis beeinflussen aber Verschnitt, Gliederung, Montagezeit, Vorbereitung und die erreichte Stärke. Die Einblaslösung beinhaltet Technik und fachgerechte Verarbeitung. Vergleichen Sie komplette Angebote bei gleichem Wärmedurchlasswiderstand und gleichem Leistungsumfang.
Wie lange dauert das Einblasen der Dämmung?
Das lose Einblasen auf die oberste Geschoßdecke eines üblichen Einfamilienhauses schaffen wir meist an einem Arbeitstag. Geschlossene Steildachhohlräume dauern länger, weil Einblasöffnungen vorbereitet und nach dem Einblasen die Luftdichtheit wiederhergestellt werden muss.
Kann man in ein Dach einblasen, in dem schon Dämmung liegt?
Oft ja. Bei der Besichtigung prüfen wir Stärke, Zustand und Feuchtigkeit der bestehenden Schicht. Trockene, unbeschädigte Dämmung lohnt es sich zu belassen und zu ergänzen, gestauchte, durchfeuchtete oder verschmutzte ist sicherer zu entfernen.